Zahnarztpraxis
Irene Speil
Leopoldstr. 29
58089 Hagen

Tel.: 0 23 31 - 3 75 79 70

Nahrung mit Biss

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Behandlungszimmer Prophylaxe

Wer kräftig kaut, sorgt für eine verstärkte Mineralien-Zufuhr des Gebisses. Bestimmte Lebensmittel bauen daher die Zähne von innen wie von außen auf.


Unsere Ernährung ist - im Vergleich zu unseren Urahnen - regelrecht verweichlicht. Noch vor wenigen tausend Jahren waren es die Menschen gewöhnt, den größten Teil der Lebensmittel als Rohkost zu sich zu nehmen. Und auch das, was gegart war, musste häufig erst noch mit den Zähnen zerkaut werden - zum Beispiel ein knuspriges Stück Fleisch vom Feuer. In unserer modernen Welt jedoch ist richtige Kau-Arbeit selten geworden. Kartoffeln, Nudeln und Weißbrot sind kaum eine Herausforderung für das Gebiss. Auch Gemüse kommt häufig weichgekocht oder sogar püriert auf den Tisch. Und selbst ein Steak soll möglichst zart sein - und auf der Zunge regelrecht zerschmelzen.

Länger kauen: viel mehr Speichelfluss
Die Folge: Wir kauen zu wenig. Doch Kauen ist nicht nur für die Verdauung wichtig, sondern auch für die Gesunderhaltung des Gebisses: Denn je mehr wir mit Kauen beschäftigt sind, desto mehr Speichel produziert unser Körper. Und der Speichel wiederum enthält wertvolle Mineralstoffe wie Flour und Kalzium. Je mehr davon "fließt" und je länger man kaut, desto besser werden die Zähne mit diesen Stoffen "umspült". Dieser Vorgang ist wichtig für die Remineralisierung der Zähne. Wer also alles nur schnell in sich hineinschlingt, belastet nicht nur seine Verdauung, sondern schadet indirekt auch dem Gebiss.

Zahngesunde Ernährung besteht daher vor allem aus Lebensmitteln, die den Speichelfluss anregen: knackige Rohkost, kerniges Vollkornbrot oder Nüsse, die erst einmal zerkaut werden wollen.

Wertvolle Stoffe für den Zahnaufbau
Natürlich spielt auch das, was in der Nahrung drin steckt, eine große Rolle. Denn damit der Speichel die Zähne mit Mineralien versorgen kann, muss der Körper diese Stoffe vorher über die Nahrung aufnehmen. Neben Kalzium und Fluor brauchen die Zähne aber auch die Vitamine D und K. Und gut für das Zahnfleisch sind die Vitamine C, E und B9 (Folsäure). Wer viel Obst und Gemüse sowie Vollkorn- und Milchprodukte isst, führt dem Organismus diese Vitamine und Mineralien zu. Auch deswegen besteht eine zahngesunde Ernährung nicht nur darin, einfach den schädlichen Zucker wegzulassen.

Damit die Zähne sich von Anfang an ideal und so widerstandsfähig wie möglich herausbilden können, ist übrigens auch schon vor und nach der Geburt eine zahngesunde Ernährung wichtig. Denn schon während der Schwangerschaft und der Stillzeit werden die Zähne des Kindes angelegt. Für (werdende) Mütter ist es daher gerade in dieser Zeit wichtig, auf vollwertige Lebensmittel zu achten.

Sonderfall Obst
Auch Früchte sind gesund und liefern dem Körper - und damit auch den Zähnen - wertvolle Substanzen. Allerdings enthalten die meisten Obstsorten auch eine Menge Säure. Die wird im Normalfall zwar durch den Speichel neutralisiert. Dennoch kann es vorkommen, dass die Säure den wertvollen Zahnschmelz aufweicht. Das ist zum Beispiel möglich, wenn ein Kind über längere Zeit an einem Fläschchen Apfelsaft nuckelt. Generell empfehlen Zahnärzte, nach der Aufnahme süuerlicher Speisen oder Getränke eine halbe Stunde mit dem Zähneputzen zu warten. Denn während dieser Zeit sorgt der Speichel für eine Remineralisierung des Zahnschmelzes, so dass man ihn beim Zähneputzen nicht mehr so leicht verletzen kann.

Süßes schnell aus der Gefahrenzone bringen
Natürlich gehören Süßigkeiten nicht zur zahngesunden Ernährung. Naschen ist aber trotzdem ab und zu erlaubt. Denn wenn man Süßes nicht über den ganzen Tag verteilt isst, sondern nur zum Nachtisch und kurz vor dem Zähneputzen, kann der Zucker seine unheilvolle Wirkung kaum entfalten.

 

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