Zahnarztpraxis
Irene Speil
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58089 Hagen

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Mehr Karies bei Kleinkindern

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Bei kleinen Kindern hat Karies deutlich zugenommen und bleibt sehr häufig unbehandelt.

So beginnt schon im Alter von zwei bis drei Jahren eine oftmals schmerzhafte Karies-Karriere. Dabei müssen Eltern nicht viel tun, um Zahnschäden in diesem Alter zu vermeiden.

Aktuelle Untersuchungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes sind erschreckend: Karies nimmt bei Kindern bereits ab dem zweiten Lebensjahr massiv zu. Hinzu kommt: Die dadurch entstehenden Zahnschäden werden meist nicht oder zu spät beseitigt. Lediglich 20 Prozent der Kariesfälle bei Dreijährigen wird von einem Zahnarzt behandelt - bei Zweijährigen sind es sogar nur zehn Prozent.

Karies fällt nicht mit den Milchzähnen aus
Zwar handelt es sich "nur" um die Milchzähne, die in diesem Alter unmittelbar betroffen sind. Und diese Zähne ersetzt der Körper noch während der Kindheit durch das bleibende Gebiss. Deswegen wird Karies im Milchzahnalter auch heute noch oft verharmlost. Tatsächlich verschwindet die Karies jedoch nicht mit den Milchzähnen. Vielmehr "stecken" geschädigte Milchzähne die durchbrechenden bleibenden Zähne an. Denn der Übergang vom Milchzahn- zum zweiten Gebiss vollzieht sich fließend.
Ein kariöser Milchzahn kann sich somit über lange Zeit neben einem neuen Zahn befinden. Kariesbakterien können dann problemlos vom Milchgebiss auf die bleibenden Zähne wandern. Sorgen Sie also dafür, dass Karies immer so schnell wie möglich behandelt wird, auch im Milchzahnalter, und von Anfang an keine Chance erhält. Beides ist leicht möglich.

Auf Nuckelflaschen verzichten
Denn der Hauptgrund, wieso bereits so viele Zwei- oder Dreijährige kariöse Zähne haben, ist der falsche Umgang mit Nuckelflaschen. Viele Eltern geben ihren Kindern ein Fläschchen mit Saft oder Milch mit ins Bett, damit sie schneller einschlafen. Zwar beruhigt das Nuckeln die Kinder, dabei bleibt jedoch das Getränk über längere Zeit im Mund, so dass sich Kariesbakterien enorm vermehren können. Das gilt selbst dann, wenn der Saft mit Wasser verdünnt ist. Außerdem sind Fruchtsäfte, aber auch andere Getränke wie Eistee, immer säuerlich. Die enthaltene Säure schwächt die Milchzähne zusätzlich.

Wenn sie folgende Regeln beachten, ist das Risiko für einen frühkindlichen Kariesbefall jedoch minimal:

• Verzichten sie auf die Nuckelflasche ab dem ersten Geburtstag bzw. führen Sie das Fläschchen gar nicht erst ein, damit sich das Kind nicht daran gewöhnt.
• Gewöhnen Sie Ihr Kind so früh wie möglich um von (Mutter-)Milch auf Wasser als wichtigstes durstlöschendes Getränk.
• Zuckerhaltige Getränke gehören nie in eine Flasche oder Schnabeltasse, das gilt auch für Fruchtzucker, Milchzucker oder Traubenzucker.
• Je früher Ihr Kind aus einer Tasse trinkt, desto besser! Bei vielen Kindern ist das problemlos ab dem ersten Geburtstag möglich.
• Beginnen Sie mit der Zahnpflege, sobald der erste Zahn da ist. Zwar können kleine Kinder noch nicht selbsttätig ihre Zähne putzen. Allerdings gewöhnen sie sich so sofort an das Zähneputzen und empfinden es als selbstverständlich.


Die so genannte "Nuckelkaries" beginnt übrigens häufig auf der Innenseite der vorderen Frontzähne und bleibt deswegen von den Eltern zunächst oft unerkannt. Wird sie nicht behandelt, können die Zähne mit der Zeit dunkelbraun werden und sogar abbrechen.

 

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